MIGHT & MAGIC: CLASH OF HEROES ARTIKEL VON GROZOTH
"Wenn ich ein Strategiespiel spielen will, dann zocke ich Command & Conquer oder Ruse." Das hört man eigentlich immer wieder, wenn man ein Strategiespiel für die geliebte Konsole sucht. Ein völlig anderes Spielerlebnis bietet Clash of Heroes, dass im Might & Magic-Universum angesiedelt ist.

Azexes, seines Zeichens fieser Dämonenschurke, legt Euer elfisches Dorf in Schutt und Asche. Obendrein vernichtet er die Mutter Eurer Freundin Nadia im Kampf. Das schreit nach Rache, und so macht Ihr Euch als Elf Anwen auf die Jagd nach dem Fiesling. Der Reihe nach durchlauft Ihr nun fünf Kampagnenbäume, in denen Ihr die fünf Hauptcharaktere spielen könnt. Jeder Charakter besiegt schlussendlich einen bösen Boss und trägt so zum Sieg über die Dämonen bei.
Das Besondere ist das Spielprinzip: Ihr lauft über vorgefertigte Wege einer Karte. Im Falle der Elfin Anwen ist dies eine Waldkarte. Immer wenn Ihr auf einen Gegner trefft, kommt es zum Kampf. Für Kämpfe wird ein eigenes Schlachtfeld eingeladen.

Eure Seite besteht aus 8 (Breite) mal 6 (Tiefe) Quadraten. Jedes Quadrat kann von einer Truppe besetzt werden. Spezialeinheiten brauchen entsprechend mehr Platz. Nun versucht Ihr Dreierreihen zu bilden. Entweder hintereinander, dann bekommt Ihr eine Angriffsformation; oder nebeneinander, dann erhaltet Ihr eine Mauer. Ihr dürft immer jeweils nur die unterste Truppe einer Spalte umsetzen. Oder Ihr könnt Truppen von weiter oben löschen. Pro Zug habt Ihr drei Aktionen frei. Ziel ist es, den Gegner zu besiegen, also meistens, ihn auf 0 oder weniger Lebenspunkte zu bringen.
Grafisch besticht Clash of Heroes druch einen wunderschön animierten Zeichenstil. Dabei kommen nie Aussetzer oder Pannen vor. Jedoch muss man einige längere Ladezeiten in Kauf nehmen.
Der Sound und die Kampfgeräusche sind witzig und liebevoll ins Spiel integriert. Sobald Ihr in den Kampf gegen einen Widersacher verwickelt werdet, verwandelt sich Euer Standort in eine Staubwolke, aus der hin und wieder Schwertspitzen blinken. Außerdem hört Ihr die Geräusche von aufeinanderprasselnden Schwertern. Top ist auch die Dämonenkneipe in der Hölle, die durchgehend fetzige Rockmusik spielt.
Über ein schier endlos langes Tutorial bekommt Ihr alles erklärt, was Ihr zur Dämonenjagd benötigt. Jeder Handgriff und jeder Tastendruck wird Euch erklärt. Solltet Ihr es wie ich machen und zunächst die Demo begutachten: Das Tutorial müsst Ihr im richtigen Spiel direkt nocheinmal durchspielen. Das hätte man bei Capy eleganter lösen können, beispielsweise indem man den Spieler fragt, ob er das Tutorial überspringen möchte.
Im Online-Modus fällt das Rumgelaufe und die Kampfsuche weg - hier geht es ans Eingemachte. Jeder Spieler erhält 100 Lebenspunkte und los gehts. Auch nach über einem Jahr befinden sich noch einige Spieler im Multiplayer, sodass es kein Problem sein sollte, Gegner zu finden. Wundert Euch aber nicht, wenn Euch ein Level 500- Spieler gegenübersteht: Der maximale Level liegt bei 999! Aber er hat keinerlei Auswirkungen auf das Spielgeschehen.

Insgesamt bietet Might & Magic: Clash of Heroes mindestens 20 Stunden Spielspaß und lässt Euch zusätzlich unbegrenzt lange den Mehrspielermodus versuchen. Wer gerne etwas Abwechslung in den strategischen Alltag bringen und dabei noch einer witzigen Story folgen will, der muss hier einfach zuschlagen.
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